Haushaltsentwurf 2026 Wickede (Ruhr)

Datenbasis: Haushaltsentwurf vom Dezember 2026

Der Haushaltsentwurf der Gemeinde Wickede (Ruhr) zeigt deutliche strukturelle Probleme: Zwar steigen die Steuereinnahmen laut Planung bis 2025 kontinuierlich, doch reicht dieses Plus nur für einen rechnerischen Ausgleich. Die Gemeinde bleibt stark abhängig von Gewerbesteuer und externen Zuweisungen, während Transferaufwendungen, Zinsen und der Rückgang der Rücklagen die Lage verschärfen. Der globale Minderaufwand von zwei Prozent hilft kurzfristig, ersetzt aber keine nachhaltige Konsolidierung. Deshalb braucht Wickede einen realistischen, langfristigen Haushaltssanierungsplan, um finanzielle Handlungsspielräume zu sichern.

Seit 2015 erzielte die Gemeinde regelmäßig Mehreinnahmen zwischen 200.000 und 3,8 Mio. Euro, meist durch Einmaleffekte. Diese positiven Abweichungen verdeckten strukturelle Defizite. Seit 2023 reichen solche Sondereffekte nicht mehr aus: Trotz Mehreinnahmen gelingt der Haushaltsausgleich nur durch nahezu vollständige Rücklagenverzehr. Die Entwicklung zeigt, dass Wickede eine strategischere und verlässlichere Finanzplanung benötigt, da Zufallserfolge den Haushalt nicht mehr tragen.


Abb. 1) Entwicklung der Haushaltswirtschaft im Zeitraum von 2008 bis 2024

Ergebnishaushalt
Ein strukturell defizitärer Haushalt 2026

Der Haushaltsentwurf weist durchgehend negative Jahresergebnisse aus. Obwohl die Erträge steigen, wird letztlich nur ein fiktiver Haushaltsausgleich erreicht. Auch in der mittelfristigen Planung sieht es nicht besser aus. Die Ausgleichsrücklagen werden in der Mittelfristplanung vollständig aufgebraucht, zum Teil werden sogar die allgemeinen Rücklagen beansprucht. Auch die Anwendung des globalen Minderaufwands führt zu keiner spürbaren Ergebnisverbesserung.
Fazit: Der Haushalt ist nicht nachhaltig ausgeglichen, sondern lebt von rechnerischen Entlastungen und Hoffnungen auf künftige Verbesserungen.

Abb. 2) Ergebnisplan 2026, seit 2023 fortlaufend im negativen Bereich

Was im vorliegenden Haushaltsentwurf nicht berücksichtigt wurde

In der letzten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses im November 2025 wurde mitgeteilt, dass im Haushalt 2025 mit etwa drei Millionen Euro weniger Gewerbesteuereinnahmen zu rechnen ist.
Drei Millionen EURO weniger Gewerbesteuereinnahmen in 2025 bewirken, dass die Ausgleichsrücklagen schon 2028 aufgebraucht sind und führen 2029 in die Haushaltssicherung. Warum diese Verringerung der Steuereinnahmen nicht im aktuellen Entwurf (unter Ansatz 2025) berücksichtigt wurde, ist uns zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt. Es ist jedoch sehr wahrscheinlich, dass der Entwurf 2029 in einer Haushaltssicherung mündet, sofern die Steuerdaten korrekt erfasst werden. Siehe hierzu Abb. 3 und nachstehende Tabelle.

Abb. 3) Drei Millionen EURO weniger Gewerbesteuereinnahmen in 2025 bewirken, dass die Ausgleichsrücklagen schon 2028 aufgebraucht sind und führen 2029 in die Haushaltssicherung.

Abb. 4) Die blaue Linie zeigt einen simulierten Verlauf des Ergebnisplan, wenn die Gewerbesteuer 2025 um drei Millionen EURO geringer als geplant ausfällt.

Worst Case Szenarium
Die Gewerbesteuern steigen nur verzögert wieder an.

JahrGewerbesteuer
202211.638.493,42 2023
202310.733.998,64 2024
202410.733.998,64 2024
20258.500.000 2026
20269.500.000 2027
202711.000.000 2028
202812.500.000 2029
202913.700.000

Abb 5) Drei Millionen EURO weniger Gewerbesteuereinnahmen 2025 und verzögerter mittelfristiger Anstieg bewirken, dass die Ausgleichsrücklagen schon 2028 aufgebraucht sind und führen 2029 in die Haushaltssicherung.

Abb. 5) Ergebnisplan mit Worst Case Szenarium (blaue Linie)

Ordentliche Erträge
Die Ertragsstruktur im vorliegenden Haushaltsentwurf zeigt einen deutlichen Anstieg der Steuererträge von ca. 23,5 Mio. € auf über 27,3 Mio. €, was auf eine wachsende Steuerbasis hinweist. Allerdings gleichen sich diese positiven Effekte nicht aus, da die Ausgaben schneller steigen als die Einnahmen, sodass Mehreinnahmen nicht zu besseren Ergebnissen führen. Zuwendungen und Umlagen sind starken Schwankungen unterworfen und mittelfristig rückläufig, was zu einer hohen Abhängigkeit von Land und Bund sowie einer fehlenden Planungssicherheit führt. Die aktivierten Eigenleistungen haben sich deutlich erhöht, stellen jedoch keine echten Einnahmen dar. Ihre Wirkung ist hauptsächlich buchhalterischer Natur und resultiert zu einem späteren Zeitpunkt in Abschreibungen.

Ordentliche Aufwendungen

Die Aufwandsstruktur ist durch wachsende, größtenteils nicht kurzfristig beeinflussbare Kosten geprägt. Die Personal- und Versorgungsaufwendungen steigen kontinuierlich und sind strukturell gebunden. Aus diesem Grund sind sie kaum kurzfristig steuerbar. Trotz alledem ist der starke Anstieg der Personalkosten von 2021 bis zum Ende der mittelfristigen Planung von 5.8 Mio Euro auf 9.7 Mio Euro mit 67% schon bemerkenswert.

Abb. 6) Personalkostenentwicklung in der Gemeinde Wickede zwischen 2021 und 2029
Die Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen zeigen eine hohe Volatilität, ohne dass eine klare Priorisierung oder Effizienzstrategie erkennbar wäre. Transferaufwendungen stellen den größten Ausgabenblock dar und belasten den Haushalt durch Umlagen und Pflichtaufgaben in erheblichem Maße. Die kommunalen Steuerungsmöglichkeiten sind in diesem Bereich begrenzt.
Die Kreisumlage steigt automatisch mit den Steuereinnahmen einer Gemeinde, weil beide direkt miteinander verknüpft sind. Höhere Einnahmen führen daher nicht nur zu mehr finanziellem Spielraum, sondern zu begleitend proportional höheren Zahlungen an den Kreis. Dadurch verpuffen Teile des Einnahmewachstums, die Planungssicherheit sinkt und strukturelle Probleme lassen sich kaum durch Mehreinnahmen ausgleichen. Insgesamt zeigt das System: Selbst wirtschaftlich erfolgreiche Gemeinden profitieren netto nur begrenzt, weil ein großer Teil zusätzlicher Einnahmen unmittelbar an den Kreis abgeführt wird.

Abb. 7) Vergleich der Transferaufwendungen zu den Steuereinahmen der Gemeinde Wickede

Finanzen und Schulden

Die Zinsaufwendungen steigen stark an, während die Finanzerträge stagnieren. Der Haushalt ist sehr zinssensitiv, was bedeutet, dass Zinsanstiege das Ergebnis deutlich belasten.

Ein globaler Minderaufwand von bis zu 837.900 € jährlich wird genannt, ohne dass konkrete Sparmaßnahmen beschrieben werden. Die Maßnahmen sind haushaltskosmetischer Natur und entfalten keine strukturelle Wirkung.

Verbindlichkeiten

Die vorliegenden Zahlen zur Verschuldung unserer Gemeinde sind eindeutig – und sie sind alarmierend. Wir sehen eine Entwicklung, die uns nicht nur finanziell belastet, sondern unsere kommunale Handlungsfähigkeit langfristig gefährdet.
Zwischen 2019 bis 2026 und den mittelfristigen Planungen bis 2029 steigt die Gesamtverschuldung Wickedes von rund 24,6 Millionen Euro auf über 54,5 Millionen Euro. Das ist mehr als eine Verdopplung innerhalb eines Jahrzehnts. Besonders auffällig ist der massive Sprung ab 2025, der zeigt, dass wir uns in eine strukturelle Schieflage hineinbewegen.

Abb. 9) Entwicklung der gesamten Verbindlichkeiten im Haushaltsentwurf 2019 bis 2029

Noch kritischer ist der Blick auf die Liquiditätskredite. Von 2024 bis 2029 plant die Gemeinde fast 9 Millionen Euro an neuen Liquiditätskrediten – ohne eine einzige Euro Tilgung. Diese Kredite dienen nicht der Finanzierung von Investitionen, sondern der Deckung laufender Ausgaben. Das ist ein klares Zeichen dafür, dass unser Haushalt dauerhaft nicht aus eigener Kraft ausgeglichen werden kann.
Auch bei den Investitionskrediten zeigt sich ein problematisches Muster: 2027 nehmen wir über 9 Millionen Euro auf, tilgen aber nur gut 2 Millionen. In den Folgejahren sinkt die Neuaufnahme, aber die Tilgung bleibt niedrig. 2029 rutschen wir erstmals in einen 300.000 EURO negativen Finanzierungssaldo. Das ist ein Warnsignal, das wir nicht ignorieren dürfen.


Eigenkapital und Verbindlichkeiten
Die Gemeinde Wickede steht vor einer haushaltspolitischen Zerreißprobe: Während die Gesamtverschuldung bis 2029 auf über 54 Mio. € steigt (siehe Abb. 9), schrumpft das Eigenkapital auf unter 8 Mio. €. Die Visualisierung Abb. 10 +11 zeigt eine gefährliche Entkopplung von Finanzkraft und Kreditlast.

Abb. 11) Wickedes Eigenkapitalentwicklung zwischen 2008 und 2029
Strukturelle Schieflage

Eine strukturelle Schieflage liegt vor, wenn die Gemeinde dauerhaft mehr ausgibt, als ihre Finanzkraft zulässt, und Defizite regelmäßig nur durch neue Kredite geschlossen werden; das entkoppelt Ausgaben von der tatsächlichen Leistungsfähigkeit und erhöht langfristig Zins‑, Liquiditäts‑ und Aufsichtsrisiken für Wickede. Kurzfristige Liquiditätskredite werden so zur Dauerlösung, anstatt den Haushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Abb. 12) Ausgaben im Wickeder Haushaltsentwurf 2026 wachsen schneller als Einnahmen. (Darstellung hier als Saldo = Einnahmen minus Ausgaben)

Woran erkennt man die Schieflage (konkrete Indikatoren) im Haushaltsentwurf 2026
• Dauerhaft negativer Finanzierungsaldo (Einzahlungen < Auszahlungen über mehrere Jahre (2026-2029). Gemeint ist vor allem ein dauerhaft negativer Saldo aus der laufenden Verwaltungstätigkeit (operativer Finanzierungssaldo). Siehe Abb. xxx
• Sinkende Eigenkapitalquote oder schrumpfende Rücklagen. Bild xxx
• Steigende Pro‑Kopf‑Verschuldung in Wickede (Ruhr) und
• Wachsende Zinsquote (Quotient zwischen Zinsaufwand und laufende Einnahmen).

Abb xxx. Zinsquote für Kredite bezogen auf die laufenden Einnahmen
Hinweis: Ein Wert von 0–3 % gilt oft als mehr oder weniger unproblematisch, 3–7 % als spürbare Belastung und >7–10 % als kritisch. Dabei ist der Trend wichtiger als der Einzelwert, d. h., ein konstanter Anstieg über mehrere Jahre ist alarmierender als ein einmalig hoher Wert.
• Wiederholte Nutzung von Liquiditätskrediten zur Deckung laufender Ausgaben statt einmaliger Engpassüberbrückung

Der Finanzhaushalts 2026 der Gemeinde Wickede
Finanzlage der Gemeinde Wickede

Der Finanzhaushalt der Gemeinde Wickede für das Jahr 2026 zeigt deutlich, dass die Gemeinde vor erheblichen finanziellen Herausforderungen steht. Vereinfacht gesagt gibt die Gemeinde mehr Geld aus, als sie dauerhaft einnimmt. Dieses strukturelle Ungleichgewicht wirkt sich sowohl auf den laufenden Betrieb als auch auf die langfristige finanzielle Stabilität aus.
Einnahmen und Ausgaben im laufenden Betrieb
Im Jahr 2026 rechnet die Gemeinde mit Einnahmen aus der laufenden Verwaltungstätigkeit in Höhe von rund 33,4 Millionen Euro. Diese Einnahmen stammen überwiegend aus Steuern wie der Gewerbe- und Grundsteuer, aus Zuweisungen des Landes sowie aus Gebühren und Entgelten für kommunale Leistungen.
Demgegenüber stehen jedoch laufende Ausgaben von rund 36,5 Millionen Euro. Die größten Ausgabeposten sind die Personalkosten, die Ausgaben für Sach- und Dienstleistungen sowie vor allem Transferaufwendungen, zum Beispiel für soziale Leistungen und Umlagen an den Kreis.
Damit entsteht bereits im normalen laufenden Betrieb ein jährliches Defizit von etwa 3,2 Millionen Euro. Das bedeutet: Die Gemeinde kann ihre alltäglichen Aufgaben – wie Verwaltung, Kinderbetreuung, Infrastrukturunterhalt oder soziale Leistungen – nicht vollständig aus eigenen laufenden Einnahmen finanzieren.


Investitionen verstärken den Finanzdruck

Zusätzlich zum laufenden Betrieb plant die Gemeinde im Jahr 2026 umfangreiche Investitionen, etwa in Schulen, Straßen, Gebäude und andere Teile der kommunalen Infrastruktur. Insgesamt belaufen sich diese Investitionen auf rund 12,4 Millionen Euro.
Zwar erhält die Gemeinde dafür Zuschüsse und Fördermittel in Höhe von etwa 3,5 Millionen Euro, dennoch verbleibt ein ungedeckter Betrag von rund 8,9 Millionen Euro. Auch diese Mittel müssen finanziert werden.
Finanzierung über Kredite
Da weder der laufende Betrieb noch die Investitionen aus eigenen Mitteln bezahlt werden können, ist die Gemeinde gezwungen, neue Kredite aufzunehmen. Für das Jahr 2026 sind Kreditaufnahmen von insgesamt rund 12 Millionen Euro vorgesehen. Nach Abzug der Tilgung bestehender Kredite verbleibt eine Netto-Neuverschuldung von rund 10 Millionen Euro.
Diese Kreditfinanzierung sorgt zwar kurzfristig dafür, dass die Gemeinde zahlungsfähig bleibt, sie verschärft jedoch langfristig die finanzielle Lage. Denn mit steigenden Schulden wachsen auch die Belastungen durch Zinsen und Tilgung in den kommenden Jahren.
Negative Liquidität und langfristige Risiken
Besonders kritisch ist die Entwicklung der Liquidität. Bereits heute weist die Gemeinde einen negativen Bestand an liquiden Mitteln auf. Das bedeutet, dass sie dauerhaft auf Kassenkredite angewiesen ist – vergleichbar mit einem dauerhaft überzogenen Girokonto.

Ohne Gegenmaßnahmen zeigt die Finanzplanung für die kommenden Jahre, dass sich diese Situation weiter verschlechtern würde. Bis zum Ende des Planungszeitraums könnte der negative Liquiditätsbestand auf deutlich über 15 Millionen Euro anwachsen. Insgesamt summieren sich die geplanten Finanzierungsdefizite der nächsten Jahre auf rund 28 Millionen Euro.
Was bedeutet das für die Bürgerinnen und Bürger?
Für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet diese Entwicklung, dass die finanzielle Handlungsfähigkeit der Gemeinde zunehmend eingeschränkt wird. Steigende Schulden erhöhen den Druck auf zukünftige Haushalte. Freiwillige Leistungen geraten unter Rechtfertigungsdruck, notwendige Investitionen müssen stärker priorisiert werden, und langfristig können auch Steuer- oder Gebührenerhöhungen nicht ausgeschlossen werden.
Fazit
Der Finanzhaushalt 2026 macht deutlich: Die Gemeinde Wickede lebt derzeit über ihre finanziellen Möglichkeiten. Der laufende Betrieb ist nicht ausgeglichen, Investitionen werden überwiegend kreditfinanziert, und die Verschuldung steigt weiter an. Ohne strukturelle Gegenmaßnahmen besteht die Gefahr, dass sich die finanzielle Lage weiter zuspitzt und der Handlungsspielraum der Gemeinde zunehmend eingeschränkt wird.
Ziel muss es daher sein, den laufenden Haushalt mittelfristig wieder auszugleichen, Investitionen konsequent zu priorisieren und die Verschuldung zu begrenzen, um auch für kommende Generationen eine handlungsfähige Kommune zu erhalten.

Abb. Xxx Darstellung der liquiden Mittel der Gemeinde Wickede 2022 bis 2029

Cash Flow

Beim kommunalen Haushalt bedeutet Cashflow den Zahlungsstrom einer Gemeinde – also wie viel Geld tatsächlich eingeht und ausgegeben wird. Er zeigt, ob die Gemeinde liquide ist und ihre laufenden Verpflichtungen bezahlen kann. Grundlage ist der Finanzhaushalt, der alle Ein- und Auszahlungen abbildet. Er zeigt, wie sich die liquiden Mittel verändern und ob die Gemeinde finanziell handlungsfähig bleibt.

JahrSzenarioCash Flow – Laufende Verwaltungstätigkeit (operativ)Cash Flow – InvestitionstätigkeitCash Flow – FinanzierungstätigkeitGesamt -Cash FlowKumuliertEndbestand Finanzmittel (Liq. Mittel)
2026Baseline-3.156.061-8.882.17410.059.581-1.978.654-1.978.654-11.410.808
2027Baseline-2.703.522-9.314.7409.874.608-2.143.654-4.122.308-13.554.462
2028Baseline-2.231.4391.024.03057.089-1.150.320-5.272.628-14.704.782
2029Baseline-1.287.581-414.550-299.442-2.001.573-7.274.201-16.706.355

Finanzielle Gesamteinschätzung 2026–2029

Der Ansatz 2026 und die mittelfristige Finanzplanung zeigen für die Jahre 2026 bis 2029 durchgehend negative Gesamt-Cash-Flows. Die Gemeinde ist demnach nicht in der Lage, ihre laufenden Auszahlungen aus eigenen laufenden Einzahlungen zu decken. Der operative Cash Flow bleibt in allen Jahren deutlich negativ, auch wenn sich eine graduelle Verbesserung abzeichnet.
Die negative Liquiditätsentwicklung wird in den Jahren 2026 und 2027 nur durch erhebliche Kreditaufnahmen überdeckt. Ab 2028 steht dieses Finanzierungsinstrument faktisch nicht mehr zur Verfügung. Gleichzeitig werden Investitionen stark zurückgefahren, was auf eine reine Anpassung an die Liquiditätsnotlage und nicht auf eine strukturelle Sanierung hindeutet.
Insgesamt liegt eine strukturelle Unterfinanzierung der laufenden Verwaltungstätigkeit vor. Ohne konsequente Konsolidierungsmaßnahmen besteht die Gefahr einer dauerhaften Einschränkung der kommunalen Handlungsfähigkeit und eines Eintritts in die Haushaltssicherung.

Gesamtbewertung (Ampel)

Operative Leistungsfähigkeit: nicht gegeben
Liquiditätsentwicklung: negativ
Investitionsfähigkeit: stark eingeschränkt
Abhängigkeit von Krediten: hoch
Nachhaltigkeit: nicht gegeben

Fazit: Der Haushalt ist nicht nachhaltig. Ohne Kurskorrektur drohen eine weitere Verschuldung, Einschränkungen durch die Kommunalaufsicht und der Verlust politischer Gestaltungsspielräume.
Der Gesamtbetrag der Kredite, deren Aufnahme für Investitionen erforderlich ist, wird auf 8.882.000 EUR festgesetzt. Da bleibt dann auch kein Zentimeter Luft mehr.

Unsere Forderung an die Verwaltung

Der Haushaltsplan 2026 der Gemeinde Wickede (Ruhr) weist wiederkehrende laufende Defizite, hohe Investitionsauszahlungen und eine schrumpfende Liquiditätsreserve auf; die Haushaltssatzung sieht eine Kreditobergrenze von 8.9 Mio. EUR und eine Höchstgrenze für Kassenkredite von 10.000.000 EUR vor, was die Abhängigkeit von Fremdmitteln verdeutlicht. Siehe hierzu Abb.xxx und Worst Case Szenario Abb. xxx

Kurzfristig: Liquiditätsplanung bzw. Monitoring; Kreditbedarf auf das notwendige Minimum begrenzen und klare Tilgungspläne vorlegen.
Mittelfristig: Priorisierung von Investitionen nach Wirtschaftlichkeit; Verschiebung nicht dringender Projekte, Verpflichtungsermächtigungen kritisch bewerten
Strukturell: Maßnahmen zur Erhöhung laufender Einnahmen prüfen (z. B. Gebührenprüfung, Effizienzsteigerungen) und Sparpotenziale bei laufenden Ausgaben identifizieren. Ausgabencontrolling einführen; regelmäßige Szenario‑Analysen erstellen
Transparenz: Regelmäßige Liquiditäts-Updates im Rat und Bürgerinformation zur Akzeptanz notwendiger Maßnahmen.