09.09.2026

Unser Bahnhof in Wickede

Es ist auch mal Zeit, etwas Positives über die Deutsche Bahn zu sagen. Unser Bahnhof in Wickede ist zurzeit sehr sauber! Viele Bahnhöfe sind funktional, aber nicht unbedingt einladend. Unser Bahnhof strahlt dagegen eine angenehme Mischung aus Sauberkeit, Ordnung Funktionalität aus.

Die Fotos zeigen es deutlich.

Die Gleise sind sauber und wirken nicht zugemüllt, sondern gepflegt.

Gepflegte Bahnsteige, auf denen man sich tatsächlich wohlfühlt, statt nur „durchzumüssen“. Eine saubere, hell erleuchtete Unterführung und Aufzüge, die funktionieren.
Eine ordentliche Beschilderung zeigt, dass hier nichts dem Zufall überlassen wird.

Hier die Bahnverbindungen im Überblick.

Das Positive daran ist: Ein sauberer Bahnhof verändert die Stimmung. Wenn man ankommt, hat man sofort das Gefühl, dass sich der Ort um seine Besucher bemüht. Das ist ein Stück Lebensqualität – und Wickede kann sich damit wirklich sehen lassen.


04.09.2026

Ganz frisch aus dem Rathaus:

Quelle Facebook


Fast sieben Millionen Euro Minus drohen der Gemeinde Wickede (Ruhr) !

Schon 2025 hat die Gemeinde mit einem Defizit von rund 2,27 Millionen Euro abgeschlossen; deutlich schlechter als geplant. Für 2026 waren weitere 4,8 Millionen Euro Minus einkalkuliert. Jetzt zeichnet sich ab: Es könnten am Ende annähernd sieben Millionen Euro werden.

Hauptgrund ist der Einbruch bei der Gewerbesteuer. Eingeplant waren 11,5 Millionen Euro, jetzt gehen wir von rund 6,9 Millionen Euro aus. Zum Jahresansatz fehlen damit derzeit 4,6 Millionen Euro. Gleichzeitig steigen Personal-, Sach- und Umlagekosten weiter.

Noch können wir das Minus über unsere Ausgleichsrücklage auffangen. Aber: Von den Ende 2025 verbliebenen 9,84 Millionen Euro könnten innerhalb nur eines Jahres rund 70 Prozent aufgezehrt werden. Unsere Rücklage kauft uns also vor allem eines: Zeit.

Und die müssen wir jetzt nutzen!

Der Kämmerer hat eine Haushaltssperre ausgesprochen. Gleichzeitig habe ich die Fachbereiche aufgerufen, darüber hinaus jede noch nicht gebundene Ausgabe zu hinterfragen und weitere Positionen freizugeben. Außerdem soll ein interfraktioneller Arbeitskreis gemeinsam mit der Verwaltung weitere Vorschläge zur Haushaltskonsolidierung erarbeiten.

Ich sage es seit Monaten gebetsmühlenartig: Wir müssen uns ehrlich fragen, was wir uns künftig noch leisten können – und leisten wollen. Es wird nicht ohne Einschnitte gehen.

Natürlich kann man jetzt rufen: Streicht einfach alle freiwilligen Leistungen! Das klingt entschlossen – ist aber populistisch und löst unser strukturelles Problem nicht. Und: Eine kaputtgesparte Gemeinde ist nicht saniert – sie ist nur weniger lebenswert.

Wir werden unseren Beitrag leisten. Wir werden sparen, priorisieren und auch Entscheidungen treffen, die wehtun. Aber wir werden unsere Gemeinde nicht abwickeln!

Wir können und müssen unseren Beitrag leisten. Wir werden sparen, priorisieren und Verantwortung übernehmen. Aber wir brauchen endlich auch eine wirkungsvolle Lösung von Bund und Land.

Da ist es doch schon ein wenig merkwürdig, wenn trotz Haushaltssperre 83.000 EUR (abzgl. Förderung 58.000 EUR) für einen neuen Spielplatz an der Ruhr ausgegeben wird und für einen Werbefilm über unser Bürgerhaus weitere 12.300 EUR .

Siehe hierzu auch – Haushalt 2026 im Detail

Wickede 04.09.2026

Stellungnahme zur aktuellen Haushaltslage der Gemeinde Wickede (Ruhr)

Die Zahlen lassen keinen Raum für Beschönigungen: Die finanzielle Lage unserer Gemeinde ist
außerordentlich ernst.
Die Krise kam nicht über Nacht
Bereits der Jahresabschluss 2025 weist einen Fehlbetrag von rund 2,27 Millionen Euro aus. Das
sind fast 883.000 Euro mehr als geplant. Nach den Fehlbeträgen der Jahre 2023 und 2024
schreibt die Gemeinde damit zum dritten Mal in Folge rote Zahlen – und die Defizite werden
von Jahr zu Jahr größer.
Der entscheidende Einbruch zeigte sich bereits 2025 bei der Gewerbesteuer. Statt der
erwarteten 11,5 Millionen Euro nahm die Gemeinde lediglich rund 8,3 Millionen Euro ein. Es
fehlten damit mehr als 3,2 Millionen Euro gegenüber der Planung. Gleichzeitig stiegen die
ordentlichen Aufwendungen gegenüber dem Vorjahr um rund 3,15 Millionen Euro
beziehungsweise neun Prozent – insbesondere durch höhere Personalaufwendungen, steigende
Transferleistungen und höhere Abschreibungen.
Millionen-Defizite: Die Lage ist ernst
Der Haushalt 2026 begann bereits unter nochmals deutlich schwierigeren Vorzeichen. Von
Anfang an war ein Fehlbedarf von rund 4,8 Millionen Euro eingeplant. Darin berücksichtigt
waren stagnierende Steuereinnahmen, steigende Sachkosten, höhere Umlagen an den Kreis und
um rund 3,3 Millionen Euro geringere Schlüsselzuweisungen.
Inzwischen wissen wir: Auch diese schon sehr vorsichtige Planung wird nicht zu halten sein.
Bei der Gewerbesteuer fehlen nach derzeitigem Stand 4,6 Millionen Euro gegenüber dem
Haushaltsansatz. Nach Berücksichtigung der geringeren Gewerbesteuerumlage verbleibt allein
daraus eine zusätzliche Belastung von rund 4,3 Millionen Euro. Hinzu kommen geringere
Einnahmen bei der Grundsteuer, eine deutlich niedrigere Gewinnabführung der Stadtwerke und
steigende Zinsen für Liquiditätskredite.
Zwar verbessert die Einbringung der Grundstücke „Am Park“ in die kommunale
Wohnungsgenossenschaft das Jahresergebnis einmalig um rund 1,53 Millionen Euro. Dieser
Buchgewinn darf aber nicht über die tatsächliche Lage hinwegtäuschen: Der Gemeinde fließt
dadurch kein einziger Euro zusätzlicher Liquidität zu. Das Grundstück wird in der Bilanz
lediglich gegen Genossenschaftsanteile getauscht. Ohne diesen einmaligen Effekt sähe das
operative Ergebnis noch erheblich schlechter aus.
Unter dem Strich droht der Gemeinde zum Jahresende ein historischer Fehlbetrag. Das ist keine
gewöhnliche Schwankung und kein einzelnes schlechtes Haushaltsjahr. Es ist eine Zäsur.

Nach dem Jahresabschluss 2025 verfügt die Ausgleichsrücklage noch über rund 9,84 Millionen
Euro. Ein Fehlbetrag von annähernd sieben Millionen Euro könnte diesen Puffer innerhalb nur
eines Jahres zu rund 70 Prozent aufzehren. Die Ausgleichsrücklage ist deshalb kein dauerhaftes
Sicherheitsnetz mehr. Sie verschafft uns vor allem noch eines: Zeit. Und diese Zeit müssen wir
jetzt nutzen.
Deshalb haben wir erste Sofortmaßnahmen ergriffen.
Jetzt zählt jeder Euro
Der Kämmerer hat eine Haushaltssperre im Umfang von 800.000 Euro ausgesprochen. Das ist
in dieser Situation zwingend erforderlich. Gleichzeitig habe ich innerhalb der Verwaltung dazu
aufgerufen, über die bereits gesperrten Ansätze hinaus jede noch nicht gebundene Ausgabe
kritisch zu hinterfragen. Alle Fachbereiche sind aufgefordert, Positionen freizugeben, auf die im
laufenden Haushaltsjahr noch verzichtet werden kann. Jeder Euro, den wir heute nicht ausgeben
müssen, reduziert das Defizit und den Bedarf an teuren Liquiditätskrediten.
Darüber hinaus soll ein interfraktioneller Arbeitskreis zur Haushaltskonsolidierung eingerichtet
werden. Die Lage ist zu ernst, um sich in parteipolitischen Reflexen zu verlieren. Verwaltung
und Politik müssen gemeinsam, systematisch und ergebnisoffen beraten, welche Strukturen,
Standards, Gebühren, Zuschüsse, Investitionen und freiwilligen Leistungen wir uns künftig
noch leisten können und leisten wollen.
Genau diese Frage stelle ich seit Monaten gebetsmühlenartig: Was können und was wollen wir
uns noch leisten?

Es wird kein einfaches „Weiter so“ geben können. Wir werden Prioritäten setzen und auch
Entscheidungen treffen müssen, die wehtun. Aber wir dürfen uns zugleich nichts vormachen:
Die Gemeinde Wickede (Ruhr) – wie alle anderen betroffenen Kommunen auch – kann sich
aus einer strukturellen Krise dieser Größenordnung nicht allein heraussparen.
Eine kaputtgesparte Gemeinde ist nicht saniert
Natürlich kann man jetzt plakativ fordern, sämtliche freiwilligen Leistungen zu streichen. Das
klingt entschlossen, ist aber populistisch und finanzwirtschaftlich zu kurz gedacht. Dann treffen
wir zuerst das Freibad, die Kultur, die Vereine, die Jugendarbeit, Veranstaltungen und die
Unterstützung des Ehrenamtes. Wir beschädigen damit genau das, was Wickede (Ruhr)
lebenswert macht und unsere Gemeinschaft zusammenhält. Das würde uns vielleicht etwas Zeit
verschaffen. Das strukturelle Problem wäre damit aber nicht gelöst.
Freiwillige Leistungen sind haushaltsrechtlich freiwillig. Für das Leben und den Zusammenhalt
einer Gemeinde sind viele von ihnen unverzichtbar.
Ohne Geld bleibt von Selbstverwaltung nicht viel übrig
Konsolidierung darf deshalb nicht zur schleichenden Abwicklung unserer Gemeinde werden.
Wenn wir am Ende nur noch gesetzliche Pflichtaufgaben erfüllen und ansonsten den Mangel
verwalten können, bleibt von kommunaler Selbstverwaltung nicht viel mehr als der Name.
Dann verlieren wir unsere Gestaltungskraft: die Möglichkeit, eigene Schwerpunkte zu setzen,
auf die Bedürfnisse vor Ort einzugehen und Wickede (Ruhr) aus eigener Kraft
weiterzuentwickeln.

Die auf Landesebene beschlossene Anhebung des Verbundsatzes und damit die Stärkung der
kommunalen Verbundmasse ist ein guter und wichtiger Schritt. Das muss ausdrücklich
anerkannt werden. Nach Jahrzehnten ohne entsprechende Anpassung ist dies ein richtiges
Signal an die Städte und Gemeinden.
Es spricht allerdings vieles dafür, dass die positiven Effekte auch für die Gemeinde Wickede
(Ruhr) durch die erwarteten weiteren Steigerungen bei der Kreis- und Jugendamtsumlage nicht
nur vollständig aufgezehrt, sondern sogar übertroffen werden. Dann kommt auf dem Papier
mehr Geld bei den Kommunen an, während der tatsächlich verfügbare Handlungsspielraum vor
Ort trotzdem weiter schrumpft.
Deshalb reicht auch dieser Schritt allein nicht aus. Bund und Land müssen die Kommunen
dauerhaft so ausstatten, dass sie die ihnen übertragenen Aufgaben erfüllen können, ohne dafür
ihre Infrastruktur verfallen zu lassen und alles zu streichen, was das örtliche Leben ausmacht.
Wer Aufgaben bestellt, muss sie auch vollständig und dauerhaft finanzieren. Förderprogramme
und einmalige Hilfen ersetzen keine verlässliche kommunale Grundfinanzierung.
Wir übernehmen Verantwortung – aber wir können uns nicht allein retten
Wir werden vor Ort Verantwortung übernehmen. Wir werden sparen, priorisieren und unsere
eigenen Strukturen kritisch überprüfen. Aber wir werden auch deutlich sagen: Die kommunale
Finanzkrise ist nicht allein vor Ort entstanden – und sie kann deshalb auch nicht allein vor Ort
gelöst werden. Wir können und müssen unseren Beitrag leisten. Aber wir können uns aus
dieser Krise nicht allein retten.


02.09.2026

Und die Bagger sind immer noch nicht abgezogen

Die Sanierung des ehemaligen Mannesmann-Geländes in Wickede verzögert sich deutlich, weil bei den Arbeiten wesentlich mehr Altlasten entdeckt wurden als ursprünglich erwartet. Unterirdische Fundamente, alte Kellerreste und zusätzliche belastete Bodenbereiche machten eine umfangreichere Freilegung und Entfernung nötig – ein Prozess, der statt der geplanten sechs Monate inzwischen fast anderthalb Jahre dauert. (Weitere Infos hierzu)


01.09.2026

Wickede auf der Höhe der Kleingartenanlage

Regenzeit wird eingeläutet

Es läuft wieder! Nach lang anhaltender Trockenheit regnet es endlich wieder. Wenn auch nur in Form kleinerer Schauer – aber immerhin.


Brücke von Wickede nach Echthausen

Die Kostenentwicklung der neuen Ruhrbogenbrücke

Ruhrbogenbrücke (Stand 01.09.2026)

1. Die Anfänge: Erste Ideen und grobe Schätzungen (bis 2023)

In der ersten Phase der politischen Debatte und Vorplanung wurde das Projekt als reine Fußgänger- und Radfahrerbrücke gehandelt. Erste grobe Kostenschätzungen im Gemeinderat bewegten sich zu dieser Zeit noch in einem verhalteneren Rahmen von rund 3,5 bis 4 Millionen Euro. Zu diesem Zeitpunkt waren Detailplanungen, aufwendige Umweltauflagen und die exakte Zuwegung jedoch noch nicht final eingepreist.

2. Die Detailplanung: Sprung auf 7,1 Millionen Euro (Ende 2024)

Nachdem ein Fachplanungsbüro die konkreten Konstruktionsanforderungen (128 Meter Länge, 4 Meter Breite) sowie die strengen Natur- und Umweltschutzauflagen im Flussbett der Ruhr ausgearbeitet hatte, stiegen die veranschlagten Gesamtkosten massiv an.

  • Der Meilenstein: Im Dezember 2024 erhielt die Gemeinde Wickede (externer Link) den offiziellen Förderbescheid. Die staatlich geprüften Gesamtkosten wurden zu diesem Zeitpunkt exakt auf 7.112.200 Euro festgesetzt. Auf dieser Basis wurden der Gemeinde rund 6,17 Millionen Euro (eine 90%-Förderung durch Bund und Land) zugesichert. Für die reinen Brückenbau- und Wegeanschlusskosten waren darin rund 5,7 Millionen Euro vorgesehen.

3. Die Ausschreibung: Preisschock im Frühjahr 2025

Als die Bauleistungen im Frühjahr 2025 konkret ausgeschrieben wurden, spiegelte sich die angespannte Lage auf dem Baumarkt im Ergebnis wider:

  • Von zwanzig interessierten Unternehmen gaben letztlich nur drei ein Angebot ab.
  • Das wirtschaftlichste Angebot übertraf die Kalkulation der Fachplaner deutlich. Die reinen Brückenbau- und Anschlusskosten sprangen von 5,7 auf 6,7 Millionen Euro.

4. Der aktuelle Stand: 8,4 Millionen Euro (Heute)

Unter Berücksichtigung der gestiegenen Bauwerkspreise, der notwendigen Planungsleistungen, des Umweltschutzes sowie von Puffern für unvorhergesehene Entwicklungen belaufen sich die erwarteten Gesamtkosten auf rund 8,4 Millionen Euro. Da der Förderbetrag des Landes auf Basis der Zahlen von Ende 2024 gedeckelt ist, muss die Gemeinde Wickede die entstandenen Mehrkosten im Wesentlichen aus eigenen Haushaltsmitteln tragen.