Themen im September 2023:

Anmeldung Grundschulen / Unser Bahnhof in Wickede / Zur aktuellen Haushaltssituation / Neues vom Mannesmanngelände / Schiff an der Ruhr / Endlich mal wieder Regen / Brücke nach Echthausen / Erstes Brückenelement wird geliefert / Gemeindehaushalt geht unter / Ruhrbogenbrücke / Ehemalige Neuapostolische Kirche / Multifunktionshalle / Freibad Wickede / Schnadegang 2026 / Bodensanierung Mannesmanngelände fast fertig / Finanzielle Lage der Gemeinde / Sanierung des Rathauses


30.09.2026

Sanierung des Rathauses Wickede: Kosten gesenkt, Maßnahmen verschoben

Die Sanierung des Wickeder Rathauses verläuft mit optischen Neuerungen und geänderten Finanzplänen: Die Fassade erhält ein neues Design in Weiß und Anthrazit, während im Erdgeschoss ein zentraler Wartebereich eingerichtet wurde, der für mehr Diskretion sorgt.

Aufgrund der angespannten Haushaltslage verschiebt die Gemeinde jedoch geplante Modernisierungen im Innenbereich: Die Erneuerung von über 50 Türen sowie die Sanierung von zwei Mitarbeiter-Sanitärbereichen werden vorerst ausgesetzt. Dadurch werden Investitionen von rund 224.000 bis 232.000 Euro vorläufig zurückgestellt.

Günstigere Fassadensanierung und neue Solaranlage
Die Kosten für die laufende Fassaden- und Fenstersanierung fallen dank günstiger Ausschreibungsergebnisse geringer aus als erwartet: Sie sinken von geschätzten 800.000 Euro auf rund 700.000 Euro brutto. In diesem Budget ist auch eine neue Photovoltaikanlage 1 (ca. 30.000 Euro) enthalten, die Anfang Oktober ans Netz gehen soll. Für die energetische Sanierung liegt zudem ein Förderbescheid des BAFA über 77.000 Euro vor.

Zeitplan
Das Gerüst soll voraussichtlich Ende Oktober oder Anfang November abgebaut werden. Die verbleibenden Restarbeiten an der Fassade sollen bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Für das Jahr 2027 sind vorerst keine weiteren Großmaßnahmen am Rathaus vorgesehen.

(1) Vor einigen Jahren hieß es noch, dass das Dach des Rathauses keine Solaranlage trägt

Ausführlicher Bericht hier.


29..09.2026

Finanzielle Lage der Gemeinde verschärft sich

Die Bürgergemeinschaft (BG) hat bereits seit längerer Zeit auf die angespannte finanzielle Situation der Gemeinde hingewiesen. Während der Haushaltsberatungen im März 2026 erklärte BG-Mitglied Andreas Pietsch, dass alle wesentlichen Kennzahlen des Finanzplans deutliche Defizite (im sieben-stelligen Bereich) aufweisen. Besonders kritisch sei die Entwicklung der liquiden Mittel, die mittlerweile einen negativen Betrag im achtstelligen Bereich erreichen (lt. Haushaltsentwurf 2026)

Mit den Worten „Die Hütte brennt“ warnte Pietsch vor den Folgen dieser Entwicklung. Nach Ansicht der BG wurden die Risiken von den übrigen Fraktionen jedoch nicht ausreichend beachtet.

Inzwischen werden die finanziellen Probleme zunehmend sichtbar. Die notwendigen Gegenmaßnahmen könnten auch die Bürgerinnen und Bürger treffen, etwa durch höhere Steuern und Gebühren. Die BG sieht sich daher durch die aktuellen Entwicklungen in ihren Warnungen bestätigt.

Hier eine inhaltliche Zusammenfassung eines Artikels, der auf Wickede.Ruhr veröffentlicht wurde. Bemerkenswert ist, dass dort aktuelle Finanzzahlen genannt werden, die uns als politisch verantwortlicher Partei bislang seitens des Rathauses noch nicht zur Verfügung gestellt wurden.

Die Gemeinde Wickede (Ruhr) hat ihre Gesamtverschuldung bis Ende August 2026 auf 36,2 Millionen Euro erhöht. Zwar wurden Investitionskredite durch Tilgungen um rund 1,25 Millionen Euro reduziert, gleichzeitig musste jedoch ein neuer Liquiditätskredit über 6 Millionen Euro aufgenommen werden. Dadurch stieg die Kreditverschuldung seit Ende 2025 um 4,75 Millionen Euro (+15 %).

Für 2026 erwartet die Verwaltung Kreditzinsen von 983.000 Euro, rund 61 % mehr als 2025 und der höchste Wert seit mindestens 2022. Hintergrund sind unter anderem deutlich geringere Gewerbesteuereinnahmen: Statt geplanter 11,5 Millionen Euro werden voraussichtlich weniger als 7 Millionen Euro erzielt.

Die Finanzlage verschlechtert sich insgesamt. Für 2026 wird ein Jahresfehlbetrag von knapp 6,9 Millionen Euro erwartet. Bereits verhängte Ausgabensperren und ein mögliches Haushaltssicherungskonzept ab 2027 sollen auf die angespannte Situation reagieren. Die Rückkehr der Liquiditätskredite gilt dabei als deutliches Warnsignal für den kommunalen Haushalt.

Ausführlicher Bericht hier, hier und hier.


23.09.2026

Bodensanierung auf Mannesmann-Industriebrache fast fertig

Die Sanierung des Bodens auf der ehemaligen Mannesmann-Industriebrache im Wickeder Ortszentrum ist weitgehend abgeschlossen. Einige Restarbeiten stehen auf dem rund 2,13 Hektar großen Areal allerdings noch aus. Anschließend soll das Gelände für die geplante Neubausiedlung „Wohnen am Park“ erschlossen werden. Nach Angaben von Bürgermeister Alexander Heine (CDU) sind derzeit rund 100 Wohnungen vorgesehen.

Ausführlicher Bericht hier und hier.

Möglicherweise gibt es da aber noch ein anderes Problem, das sich mit dem Thema Bodenverdichtung, Baugrund, Tragfähigkeit und möglichen Setzungsproblemen für das ehemalige Mannesmann-Gelände befasst.

Die aktuelle Sanierung ist offenbar nicht nur eine klassische „Bodensanierung“. Die Ausschreibung umfasst ausdrücklich auch Baureifmachung, Aufschüttung und Landgewinnungsarbeiten sowie Aushub und Erdbewegungen.
Quelle: https://de.openprocurements.com/tender/2024-baufeldfreimachung-und-bodensanierung/?utm_source=chatgpt.com

Ist nach Abschluss der Sanierung nachgewiesen, dass der gesamte Baugrund ausreichend tragfähig und gleichmäßig verdichtet ist und keine problematischen Setzungen zu erwarten sind?
Weiteres siehe hier , und hier als Anfrage der BG an Verwaltung (mit Antwort aus dem Rathaus)


20.09.2026

Schnadegang 2026

Wickede (Ruhr) hat erstmals zwei Britzemeisterinnen: Carinna Wrede und Brine Bormann übernehmen gemeinsam das Amt, das bisher immer Männer innehatten. Bürgermeister Alexander Heine stellte sie beim Schnadegang am Schnadestein in Wiehagen vor. Beide sind seit über 20 Jahren im Vereinsleben aktiv, vor allem im Handball und Karneval, und gelten als tatkräftig und ortsverbunden.

Bevor sie die Zeremonie leiteten, mussten sie selbst erstmals „gepoahläst“ werden – traditionell dreimal mit dem Hinterteil auf den nassen Schnadestein gesetzt. Anschließend stellten sie fünf ausgewählte Personen vor, die ebenfalls gepoahläst wurden: Fahrlehrer Werner Deisting, Schützenkönig Oliver Thiele, Schützenkönigin Nora Heine, Pferdehof-Betreiber Philipp Arndt und Schwimmmeister Michael Scheffler.

Zum Ritual gehört ein Schluck aus dem „Pinneken“ – diesmal zusätzlich mit Tequila Gold. Die Gemeinde überreichte den Teilnehmern Erinnerungsurkunden („Britze-Braife“).

Ausführliche Artikel hierzu hier und hier.


16.09.2026

Freibad Wickede

Das Freibad Wickede verzeichnete 2026 mit 61.442 Besuchen die stärkste Saison seit 2019, Trotz hoher Nachfrage bleibt das Bad ein Kostenfaktor: Die jährliche Unterdeckung liegt bei rund 250.000 Euro, steigende Energie‑ und Personalkosten verschärfen die Lage. Für 2027 sollen daher Eintrittspreise und neue Tarifmodelle erneut beraten werden; ein Feierabend‑Tarif gilt als möglich, ein Frühschwimmer‑Rabatt wurde abgelehnt.
Ob die jährlichen Finanzerträge (lt. Haushalt mit 150.000 EUR von den Stadtwerken Fröndenberg) weiterhin in dieser Höhe fließen ist fraglich.


16.09.2026

Bau einer Multifunktionshalle gescheitert

Die Multifunktionshalle auf dem Tennisgelände sollte ein großes Sportprojekt für Wickede werden, scheiterte aber an der unsicheren Finanzierung, Der Verein konnte die Finanzierung nicht vollständig darstellen, Deshalb wird die Halle nun endgültig nicht gebaut. Die Verantwortung für das Scheitern liegt nicht bei der Gemeinde, sondern beim Projektträger (TV Wickede).


16.09.2026

Ehemalige neuapostolische Kirche wird keine Sportstätte

Die Gemeinde stoppt die geplante Nutzung der ehemaligen neuapostolischen Kirche als Sportstätte, weil der Kreis Soest zusätzliche Fluchtwege fordert, die rund 15.000 Euro kosten würden. Angesichts der stark angespannten Finanzlage wird das Projekt vorerst nicht weiterverfolgt.

Die Vereine – besonders die Judo-Abteilung – müssen nun auf Alternativen ausweichen. Gleichzeitig prüft die Gemeinde wegen mehrerer Kaufinteressenten, ob ein Verkauf der Immobilie sinnvoll wäre, um den Haushalt zu entlasten.

Die BG wollte die Kirche bereits vor zwei Jahren verkaufen, weil wir keinen dauerhaften Nutzen für die Gemeinde sah.

Über einen möglichen Verkauf wird noch entschieden.

Die Haushaltslage zwingt den Rat und Verwaltung nun zu einer grundsätzlichen Neubewertung kommunaler Immobilien (dazu gehört nicht nur die ehemalige Kirche sondern auch die bestehenden Schulgebäude). Die Gebäude werden Teil eines größeren Konsolidierungsprozesses.

Politisch bedeutet das:

  • Entscheidungen werden stärker „finanzgetrieben„.
  • Projekte mit hohem Risiko oder Folgekosten werden oder sollten zurückgestellt werden..
  • Die BG-Linie („erst Haushalt stabilisieren, dann investieren“) gewinnt an Gewicht.

15.09.2026

Brückenelemente der Ruhrbogenbrücke wurde in der Nacht von 14.09 auf den 15.09 angeliefert.

Zwei etwa 30 Meter langes Teilstücke der Ruhrtalbrücke wurde in der vergangenen Nacht mit Schwerlasttransportern angeliefert. Heute Morgen wurde es mit einem Spezialkran auf der zuvor montierten Schubvorrichtung platziert. In den nächsten Monaten werden weitere Bauteile geliefert, die vor Ort zusammengeschweißt und dann als Ganzes mit der Schubvorrichtung über die Ruhr geschoben werden.

12.09.2026

Es kommt genauso, wie die BG es schon länger befürchtet hat!

Der Bürgermeister von Wickede (Ruhr), Alexander Heine, stoppt geplante Stellenausschreibungen und kündigt harte Sparmaßnahmen an, weil die Gemeinde 2026 auf ein Rekorddefizit zusteuert. Er fordert Politik und Verwaltung zu gemeinsamen Entscheidungen über Einschnitte auf, warnt aber vor einem pauschalen Kahlschlag bei freiwilligen Leistungen. Die wirtschaftliche Lage und Insolvenzen lokaler Unternehmen verschärfen die Situation zusätzlich.

Quelle (Wickede.Ruhr) und ausführlicher Bericht hier

Das scheint da ja wohl jetzt „amtlich“ zu sein: „… Dass Wickede (Ruhr) in ein Haushaltssicherungskonzept rutschen werde, sei inzwischen „so sicher wie das Amen in der Kirche…“, so der Bürgermeister Heine.

Damit bestätigt sich unser „Worst Case Szenario“, ganz gut. Und so, wie es aussieht kommt es sogar noch schlimmer.


12.09.2026

Erstes Brückenelement für die Ruhrtalbrücke wird kommenden Montag angeliefert

Kommenden Montag wird das ersten Elemente der Brücke nach Echthausen angeliefert. Ein ca. 30m langes Brückenelement wird dann zunächst auf eine Schubvorrichtung gelegt und später mit den anderen Elementen über die Ruhr geschoben.


10.09.2026

Neuer Spielplatz an der Ruhr

Bild aus Vorlage-Nr. 091/2026 / 25.08.2026

Im Soester Anzeiger bereits öffentlich dargestellt – siehe hier. und bei Wickede.ruhr ebenso – siehe hier.

Im Bauausschuss wurde das Projekt mit der Vorlage-Nr. 091/2026 / 25.08.2026 und dem Beschlussvorschlag:
„Der Rat beschließt, auf der gemeindeeigenen Fläche gegenüber der Steininsel am Ruhrufer ein Spielschiff zu errichten. Die Verwaltung wird beauftragt, die Maßnahme auf Grundlage der bewilligten Förderung noch im Jahr 2026 umzusetzen. Die weitere Entwicklung des Standortes sowie der übrigen Spielplätze im Gemeindegebiet erfolgt auf Grundlage des avisierten Spielplatzkonzeptes. Die Gremien sind über die Ergebnisse des Konzeptes und die daraus resultierenden Maßnahmen gesondert zu informieren.“
einstimmig beschlossen.

Dazu möchten wir aber noch folgende Anmerkung machen:

Der Entwurf für den neuen Schiff-Spielplatz wurde im Bauausschuss von uns als BG unter klaren Bedingungen unterstützt. Das Projekt ist attraktiv, förderfähig und für Familien ein Gewinn – aber nur, wenn es haushaltsneutral umgesetzt werden kann.

Konkret bedeutet das: Wir stimmen dem Vorhaben nur zu, wenn im Gegenzug marode oder unverhältnismäßig teure Spielplätze an anderer Stelle aufgegeben werden. Damit wird nicht zusätzlich Geld ausgegeben, sondern bestehende Mittel umgeschichtet.

Angesichts der angespannten Haushaltslage und der vom Kämmerer angeordneten – wenn auch noch zu beschließenden – Haushaltssperre ist dieser Weg aus unserer Sicht der einzig verantwortbare. Ein neues Angebot für Kinder kann entstehen, ohne die finanzielle Situation der Gemeinde weiter zu belasten.

Es entsteht ein tragfähiger Kompromiss: Ein moderner, attraktiver Spielplatz für Wickede – aber nicht auf Kosten der Haushaltsdisziplin, sondern durch eine klare Priorisierung innerhalb der bestehenden Infrastruktur.


Anmeldungen für die Grundschulen für das kommende Jahr starten

10.09.2026

Eltern werden angeschrieben

Für das kommende Schuljahr 2027/2028 beginnt bereits jetzt die Vorbereitung: Die Eltern der Kinder, die im Zeitraum vom 01.10.2020 bis 30.09.2021 geboren wurden und damit schulpflichtig werden, erhalten in diesen Tagen Post von der Gemeindeverwaltung. Enthalten sind Informationen zur Einschulung sowie das Anmeldeformular, das bis zum 02.10.2026 ausgefüllt im Rathaus abgegeben werden soll.

Vorab haben Familien die Möglichkeit, sich beim Tag der offenen Tür über die Grundschulen und deren Angebote zu informieren.

Engelhardschule Samstag, 26.09., 8.30–12.00 Uhr

Melanchthonschule: Freitag, 25.09., 16.00–18.00 Uhr

Anmeldeformulare usw. gibt es auf der Homepage der Gemeinde – hier


09.09.2026

Unser Bahnhof in Wickede

Es ist auch mal Zeit, etwas Positives über die Deutsche Bahn zu sagen. Unser Bahnhof in Wickede ist zurzeit sehr sauber! Viele Bahnhöfe sind funktional, aber nicht unbedingt einladend. Unser Bahnhof strahlt dagegen eine angenehme Mischung aus Sauberkeit, Ordnung Funktionalität aus.

Die Fotos zeigen es deutlich.

Die Gleise sind sauber und wirken nicht zugemüllt, sondern gepflegt.

Gepflegte Bahnsteige, auf denen man sich tatsächlich wohlfühlt, statt nur „durchzumüssen“. Eine saubere, hell erleuchtete Unterführung und Aufzüge, die funktionieren.
Eine ordentliche Beschilderung zeigt, dass hier nichts dem Zufall überlassen wird.

Hier die Bahnverbindungen im Überblick.

Das Positive daran ist: Ein sauberer Bahnhof verändert die Stimmung. Wenn man ankommt, hat man sofort das Gefühl, dass sich der Ort um seine Besucher bemüht. Das ist ein Stück Lebensqualität – und Wickede kann sich damit wirklich sehen lassen.


04.09.2026

Ganz frisch aus dem Rathaus:

Quelle Facebook


Fast sieben Millionen Euro Minus drohen der Gemeinde Wickede (Ruhr) !

Schon 2025 hat die Gemeinde mit einem Defizit von rund 2,27 Millionen Euro abgeschlossen; deutlich schlechter als geplant. Für 2026 waren weitere 4,8 Millionen Euro Minus einkalkuliert. Jetzt zeichnet sich ab: Es könnten am Ende annähernd sieben Millionen Euro werden.

Hauptgrund ist der Einbruch bei der Gewerbesteuer. Eingeplant waren 11,5 Millionen Euro, jetzt gehen wir von rund 6,9 Millionen Euro aus. Zum Jahresansatz fehlen damit derzeit 4,6 Millionen Euro. Gleichzeitig steigen Personal-, Sach- und Umlagekosten weiter.

Noch können wir das Minus über unsere Ausgleichsrücklage auffangen. Aber: Von den Ende 2025 verbliebenen 9,84 Millionen Euro könnten innerhalb nur eines Jahres rund 70 Prozent aufgezehrt werden. Unsere Rücklage kauft uns also vor allem eines: Zeit.

Und die müssen wir jetzt nutzen!

Der Kämmerer hat eine Haushaltssperre ausgesprochen. Gleichzeitig habe ich die Fachbereiche aufgerufen, darüber hinaus jede noch nicht gebundene Ausgabe zu hinterfragen und weitere Positionen freizugeben. Außerdem soll ein interfraktioneller Arbeitskreis gemeinsam mit der Verwaltung weitere Vorschläge zur Haushaltskonsolidierung erarbeiten.

Ich sage es seit Monaten gebetsmühlenartig: Wir müssen uns ehrlich fragen, was wir uns künftig noch leisten können – und leisten wollen. Es wird nicht ohne Einschnitte gehen.

Natürlich kann man jetzt rufen: Streicht einfach alle freiwilligen Leistungen! Das klingt entschlossen – ist aber populistisch und löst unser strukturelles Problem nicht. Und: Eine kaputtgesparte Gemeinde ist nicht saniert – sie ist nur weniger lebenswert.

Wir werden unseren Beitrag leisten. Wir werden sparen, priorisieren und auch Entscheidungen treffen, die wehtun. Aber wir werden unsere Gemeinde nicht abwickeln!

Wir können und müssen unseren Beitrag leisten. Wir werden sparen, priorisieren und Verantwortung übernehmen. Aber wir brauchen endlich auch eine wirkungsvolle Lösung von Bund und Land.

Da ist es doch schon ein wenig merkwürdig, wenn trotz Haushaltssperre 83.000 EUR (abzgl. Förderung 58.000 EUR) für einen neuen Spielplatz an der Ruhr ausgegeben wird und für einen Werbefilm über unser Bürgerhaus weitere 12.300 EUR .

Siehe hierzu auch – Haushalt 2026 im Detail

Wickede 04.09.2026

Stellungnahme zur aktuellen Haushaltslage der Gemeinde Wickede (Ruhr)

Die Zahlen lassen keinen Raum für Beschönigungen: Die finanzielle Lage unserer Gemeinde ist
außerordentlich ernst.
Die Krise kam nicht über Nacht
Bereits der Jahresabschluss 2025 weist einen Fehlbetrag von rund 2,27 Millionen Euro aus. Das
sind fast 883.000 Euro mehr als geplant. Nach den Fehlbeträgen der Jahre 2023 und 2024
schreibt die Gemeinde damit zum dritten Mal in Folge rote Zahlen – und die Defizite werden
von Jahr zu Jahr größer.
Der entscheidende Einbruch zeigte sich bereits 2025 bei der Gewerbesteuer. Statt der
erwarteten 11,5 Millionen Euro nahm die Gemeinde lediglich rund 8,3 Millionen Euro ein. Es
fehlten damit mehr als 3,2 Millionen Euro gegenüber der Planung. Gleichzeitig stiegen die
ordentlichen Aufwendungen gegenüber dem Vorjahr um rund 3,15 Millionen Euro
beziehungsweise neun Prozent – insbesondere durch höhere Personalaufwendungen, steigende
Transferleistungen und höhere Abschreibungen.
Millionen-Defizite: Die Lage ist ernst
Der Haushalt 2026 begann bereits unter nochmals deutlich schwierigeren Vorzeichen. Von
Anfang an war ein Fehlbedarf von rund 4,8 Millionen Euro eingeplant. Darin berücksichtigt
waren stagnierende Steuereinnahmen, steigende Sachkosten, höhere Umlagen an den Kreis und
um rund 3,3 Millionen Euro geringere Schlüsselzuweisungen.
Inzwischen wissen wir: Auch diese schon sehr vorsichtige Planung wird nicht zu halten sein.
Bei der Gewerbesteuer fehlen nach derzeitigem Stand 4,6 Millionen Euro gegenüber dem
Haushaltsansatz. Nach Berücksichtigung der geringeren Gewerbesteuerumlage verbleibt allein
daraus eine zusätzliche Belastung von rund 4,3 Millionen Euro. Hinzu kommen geringere
Einnahmen bei der Grundsteuer, eine deutlich niedrigere Gewinnabführung der Stadtwerke und
steigende Zinsen für Liquiditätskredite.
Zwar verbessert die Einbringung der Grundstücke „Am Park“ in die kommunale
Wohnungsgenossenschaft das Jahresergebnis einmalig um rund 1,53 Millionen Euro. Dieser
Buchgewinn darf aber nicht über die tatsächliche Lage hinwegtäuschen: Der Gemeinde fließt
dadurch kein einziger Euro zusätzlicher Liquidität zu. Das Grundstück wird in der Bilanz
lediglich gegen Genossenschaftsanteile getauscht. Ohne diesen einmaligen Effekt sähe das
operative Ergebnis noch erheblich schlechter aus.
Unter dem Strich droht der Gemeinde zum Jahresende ein historischer Fehlbetrag. Das ist keine
gewöhnliche Schwankung und kein einzelnes schlechtes Haushaltsjahr. Es ist eine Zäsur.

Nach dem Jahresabschluss 2025 verfügt die Ausgleichsrücklage noch über rund 9,84 Millionen
Euro. Ein Fehlbetrag von annähernd sieben Millionen Euro könnte diesen Puffer innerhalb nur
eines Jahres zu rund 70 Prozent aufzehren. Die Ausgleichsrücklage ist deshalb kein dauerhaftes
Sicherheitsnetz mehr. Sie verschafft uns vor allem noch eines: Zeit. Und diese Zeit müssen wir
jetzt nutzen.
Deshalb haben wir erste Sofortmaßnahmen ergriffen.
Jetzt zählt jeder Euro
Der Kämmerer hat eine Haushaltssperre im Umfang von 800.000 Euro ausgesprochen. Das ist
in dieser Situation zwingend erforderlich. Gleichzeitig habe ich innerhalb der Verwaltung dazu
aufgerufen, über die bereits gesperrten Ansätze hinaus jede noch nicht gebundene Ausgabe
kritisch zu hinterfragen. Alle Fachbereiche sind aufgefordert, Positionen freizugeben, auf die im
laufenden Haushaltsjahr noch verzichtet werden kann. Jeder Euro, den wir heute nicht ausgeben
müssen, reduziert das Defizit und den Bedarf an teuren Liquiditätskrediten.
Darüber hinaus soll ein interfraktioneller Arbeitskreis zur Haushaltskonsolidierung eingerichtet
werden. Die Lage ist zu ernst, um sich in parteipolitischen Reflexen zu verlieren. Verwaltung
und Politik müssen gemeinsam, systematisch und ergebnisoffen beraten, welche Strukturen,
Standards, Gebühren, Zuschüsse, Investitionen und freiwilligen Leistungen wir uns künftig
noch leisten können und leisten wollen.
Genau diese Frage stelle ich seit Monaten gebetsmühlenartig: Was können und was wollen wir
uns noch leisten?

Es wird kein einfaches „Weiter so“ geben können. Wir werden Prioritäten setzen und auch
Entscheidungen treffen müssen, die wehtun. Aber wir dürfen uns zugleich nichts vormachen:
Die Gemeinde Wickede (Ruhr) – wie alle anderen betroffenen Kommunen auch – kann sich
aus einer strukturellen Krise dieser Größenordnung nicht allein heraussparen.
Eine kaputtgesparte Gemeinde ist nicht saniert
Natürlich kann man jetzt plakativ fordern, sämtliche freiwilligen Leistungen zu streichen. Das
klingt entschlossen, ist aber populistisch und finanzwirtschaftlich zu kurz gedacht. Dann treffen
wir zuerst das Freibad, die Kultur, die Vereine, die Jugendarbeit, Veranstaltungen und die
Unterstützung des Ehrenamtes. Wir beschädigen damit genau das, was Wickede (Ruhr)
lebenswert macht und unsere Gemeinschaft zusammenhält. Das würde uns vielleicht etwas Zeit
verschaffen. Das strukturelle Problem wäre damit aber nicht gelöst.
Freiwillige Leistungen sind haushaltsrechtlich freiwillig. Für das Leben und den Zusammenhalt
einer Gemeinde sind viele von ihnen unverzichtbar.
Ohne Geld bleibt von Selbstverwaltung nicht viel übrig
Konsolidierung darf deshalb nicht zur schleichenden Abwicklung unserer Gemeinde werden.
Wenn wir am Ende nur noch gesetzliche Pflichtaufgaben erfüllen und ansonsten den Mangel
verwalten können, bleibt von kommunaler Selbstverwaltung nicht viel mehr als der Name.
Dann verlieren wir unsere Gestaltungskraft: die Möglichkeit, eigene Schwerpunkte zu setzen,
auf die Bedürfnisse vor Ort einzugehen und Wickede (Ruhr) aus eigener Kraft
weiterzuentwickeln.

Die auf Landesebene beschlossene Anhebung des Verbundsatzes und damit die Stärkung der
kommunalen Verbundmasse ist ein guter und wichtiger Schritt. Das muss ausdrücklich
anerkannt werden. Nach Jahrzehnten ohne entsprechende Anpassung ist dies ein richtiges
Signal an die Städte und Gemeinden.
Es spricht allerdings vieles dafür, dass die positiven Effekte auch für die Gemeinde Wickede
(Ruhr) durch die erwarteten weiteren Steigerungen bei der Kreis- und Jugendamtsumlage nicht
nur vollständig aufgezehrt, sondern sogar übertroffen werden. Dann kommt auf dem Papier
mehr Geld bei den Kommunen an, während der tatsächlich verfügbare Handlungsspielraum vor
Ort trotzdem weiter schrumpft.
Deshalb reicht auch dieser Schritt allein nicht aus. Bund und Land müssen die Kommunen
dauerhaft so ausstatten, dass sie die ihnen übertragenen Aufgaben erfüllen können, ohne dafür
ihre Infrastruktur verfallen zu lassen und alles zu streichen, was das örtliche Leben ausmacht.
Wer Aufgaben bestellt, muss sie auch vollständig und dauerhaft finanzieren. Förderprogramme
und einmalige Hilfen ersetzen keine verlässliche kommunale Grundfinanzierung.
Wir übernehmen Verantwortung – aber wir können uns nicht allein retten
Wir werden vor Ort Verantwortung übernehmen. Wir werden sparen, priorisieren und unsere
eigenen Strukturen kritisch überprüfen. Aber wir werden auch deutlich sagen: Die kommunale
Finanzkrise ist nicht allein vor Ort entstanden – und sie kann deshalb auch nicht allein vor Ort
gelöst werden. Wir können und müssen unseren Beitrag leisten. Aber wir können uns aus
dieser Krise nicht allein retten.


02.09.2026

Und die Bagger sind immer noch nicht abgezogen

Die Sanierung des ehemaligen Mannesmann-Geländes in Wickede verzögert sich deutlich, weil bei den Arbeiten wesentlich mehr Altlasten entdeckt wurden als ursprünglich erwartet. Unterirdische Fundamente, alte Kellerreste und zusätzliche belastete Bodenbereiche machten eine umfangreichere Freilegung und Entfernung nötig – ein Prozess, der statt der geplanten sechs Monate inzwischen fast anderthalb Jahre dauert. (Weitere Infos hierzu)


01.09.2026

Regenzeit wird eingeläutet

Es läuft wieder! Nach lang anhaltender Trockenheit regnet es endlich wieder. Wenn auch nur in Form kleinerer Schauer – aber immerhin.

Wickede auf der Höhe der Kleingartenanlage

Brücke von Wickede nach Echthausen

Aktuelle Info (10.09.2026): Baustellen und Vollsperrungen auf mehreren Autobahnen behindern die Anlieferung einiger Brückenteile, weil Schwertransporte nicht durch die verengten oder gesperrten Abschnitte kommen. Das erhöht das Risiko weiterer Verzögerungen beim Brückenbau.

Die Kostenentwicklung der neuen Ruhrbogenbrücke

Ruhrbogenbrücke (Stand 01.09.2026)

1. Die Anfänge: Erste Ideen und grobe Schätzungen (bis 2023)

In der ersten Phase der politischen Debatte und Vorplanung wurde das Projekt als reine Fußgänger- und Radfahrerbrücke gehandelt. Erste grobe Kostenschätzungen im Gemeinderat bewegten sich zu dieser Zeit noch in einem verhalteneren Rahmen von rund 3,5 bis 4 Millionen Euro. Zu diesem Zeitpunkt waren Detailplanungen, aufwendige Umweltauflagen und die exakte Zuwegung jedoch noch nicht final eingepreist.

2. Die Detailplanung: Sprung auf 7,1 Millionen Euro (Ende 2024)

Nachdem ein Fachplanungsbüro die konkreten Konstruktionsanforderungen (128 Meter Länge, 4 Meter Breite) sowie die strengen Natur- und Umweltschutzauflagen im Flussbett der Ruhr ausgearbeitet hatte, stiegen die veranschlagten Gesamtkosten massiv an.

  • Der Meilenstein: Im Dezember 2024 erhielt die Gemeinde Wickede (externer Link) den offiziellen Förderbescheid. Die staatlich geprüften Gesamtkosten wurden zu diesem Zeitpunkt exakt auf 7.112.200 Euro festgesetzt. Auf dieser Basis wurden der Gemeinde rund 6,17 Millionen Euro (eine 90%-Förderung durch Bund und Land) zugesichert. Für die reinen Brückenbau- und Wegeanschlusskosten waren darin rund 5,7 Millionen Euro vorgesehen.

3. Die Ausschreibung: Preisschock im Frühjahr 2025

Als die Bauleistungen im Frühjahr 2025 konkret ausgeschrieben wurden, spiegelte sich die angespannte Lage auf dem Baumarkt im Ergebnis wider:

  • Von zwanzig interessierten Unternehmen gaben letztlich nur drei ein Angebot ab.
  • Das wirtschaftlichste Angebot übertraf die Kalkulation der Fachplaner deutlich. Die reinen Brückenbau- und Anschlusskosten sprangen von 5,7 auf 6,7 Millionen Euro.

4. Der aktuelle Stand: 8,4 Millionen Euro (Heute)

Unter Berücksichtigung der gestiegenen Bauwerkspreise, der notwendigen Planungsleistungen, des Umweltschutzes sowie von Puffern für unvorhergesehene Entwicklungen belaufen sich die erwarteten Gesamtkosten auf rund 8,4 Millionen Euro. Da der Förderbetrag des Landes auf Basis der Zahlen von Ende 2024 gedeckelt ist, muss die Gemeinde Wickede die entstandenen Mehrkosten im Wesentlichen aus eigenen Haushaltsmitteln tragen.