Schiff im Hafen, Trinkbrunnen, Sekundarschule, Feuerwehrgerätehaus
21.10.2026
Feuerwehrgerätehaus in Echthausen
Der Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses in Echthausen verzögert sich. Der für Ende 2026 geplante erste Spatenstich verschiebt sich aufgrund eines erforderlichen Lärmschutzgutachtens. Zunächst hieß es von der zuständigen Behörde in Soest, ein solches Gutachten sei nicht erforderlich – jetzt offenbar doch! Siehe hier. Den Pachtvertrag für das Grundstück gegenüber dem Gasthaus Schulte hatte die Gemeinde Wickede bereits vor rund einem Jahr unterzeichnet.

Siehe auch hier.
Die Verzögerung ist zwar ärgerlich, könnte der Gemeinde aber kurzfristig finanziellen Spielraum für 2026 verschaffen. Ob und in welcher Höhe dieser Effekt tatsächlich eintritt, hängt davon ab, welche Planungsleistungen bereits erbracht wurden und welche Zahlungen 2026 noch anfallen. Das ist angesichts der angespannten Finanzlage durchaus relevant. Es handelt sich jedoch nicht um eine echte Einsparung, sondern zunächst um eine zeitliche Verschiebung der Ausgaben.
Im Haushalt veranschlagt: In den Jahren 2026 und 2027 erfolgt der im gemeindlichen Brandschutzbedarfsplan vorgesehene Neubau des Feuerwehrgerätehauses Echthausen.
Für eine Anfinanzierung der Planungskosten wird 2026 ein Betrag von 400.000 € veranschlagt. Die restlichen Planungskosten und die Baukosten in Höhe von 3.600.000 € werden 2027 kassenwirksam und daher als Verpflichtungsermächtigung veranschlagt. Haushaltsentwurf 2026
Sekundarschule – „Mit Antworten auf zwei, drei Fragen“ ist es nicht getan!
20.10.2026
/…/ Die Sekundarschule Wickede schließt aufgrund dauerhaft zu niedriger Anmeldezahlen im Jahr 2029. Eine Nachnutzung des Gebäudekomplexes in der Ludgerusstraße ist noch unklar, soll laut Bürgermeister Alexander Heine zeitnah entschieden werden. Im Gespräch ist eine Übernahme als Förderschule durch den Kreis Soest. Auch eine gemeinsame Nutzung von Grundschulen und Kitas aus Wickede steht als Idee im Raum. In der kommenden Sitzungswelle im Ausschuss ist das Schulthema auf der Tagesordnung. „Es stehen noch Antworten auf zwei, drei Fragen aus“, verrät Heine.
So zu lesen im Soester Anzeiger – kompletter Artikel hier.

Die Aussage, es stehen noch Antworten auf zwei, drei Fragen aus, klingt beruhigend. Doch die Nachnutzung des Schulkomplexes an der Ludgerusstraße ist weitaus komplexer. Die Idee, Grundschulen und Kitas in dem Gebäudekomplex unterzubringen oder gemeinsam zu nutzen, klingt zunächst plausibel. Sie wirft aber eine Reihe praktischer Fragen auf:
- Pädagogische Anforderungen: Entstehen durch die gemeinsame Nutzung Einschränkungen für einzelne Einrichtungen?
- Raumkonzept: Sind die vorhandenen Räume für Unterricht, Betreuung, Differenzierung und pädagogische Arbeit geeignet?
- Betreuung und Ganztag: Lassen sich die Anforderungen an den offenen Ganztag und zusätzliche Betreuungsangebote erfüllen?
- Sicherheit: Sind getrennte Bereiche, sichere Zugänge und geeignete Außenflächen für unterschiedliche Altersgruppen vorhanden?
- Verkehr: Wie wirken sich Bring- und Abholverkehr, Schulbusse und zusätzliche Verkehrsbewegungen auf die Ludgerusstraße aus?
- Organisation: Wie werden Räume, Sportflächen, Mensen, Sanitäranlagen und Außenbereiche zwischen den Einrichtungen aufgeteilt?
- Wie lange dauert die Planung und Genehmigung der Nachnutzung?
- Wann müssen die notwendigen Investitionen beschlossen werden?
- Welche Auswirkungen haben die Entscheidungen auf die bestehenden Grundschulen und Kitas?
- Welche Übergangslösungen sind erforderlich, falls die Nachnutzung 2029 noch nicht umgesetzt werden kann?
- Was passiert mit den alten Schulgebäuden der Engelhardschule, wenn beide Grundschulen in die Sekundarschule umziehen.
- Wie passt die Umgestaltung (wie sie auch immer aussehen soll) finanziell in unsere aktuelle Haushaltssituation?
- Fehlende Planungssicherheit für Schulen, Elter und Beschäftigte
Unabhängig von den noch offenen Fragen kommen für uns als BG grundsätzlich zwei Modelle für die Nachnutzung der Sekundarschule infrage:
- Verkauf an den Kreis Soest: Der Schulkomplex wird zu einem angemessenen Preis an den Kreis Soest verkauft. Der Erlös soll in die Engelhardschule investiert werden.
Oder - Gemeinsame Nutzung durch die Grundschulen: Beide Grundschulen werden im Gebäude der bisherigen Sekundarschule zusammengeführt. Die Melanchthon-Schule soll anschließend für die Unterbringung der Kitas genutzt werden.
11.10.2026

Trinkbrunnen im Ortskern kommt nicht so gut an
Der Trinkwasserbrunnen im Wickeder Ortszentrum wird offenbar nur wenig genutzt, so nachzulesen im Soester Anzeiger vom 11.10.2026. Konkrete Zahlen gibt es nicht, da kein Wasserzähler installiert wurde. Bürgermeister Alexander Heine hätte den Standort am Ruhrtalradweg bevorzugt, was jedoch an Kosten und Vorgaben scheiterte.
Für den Brunnen fielen 2024 über 10.000 Euro Investitionskosten an, die laufenden Kosten betragen rund 3.000 Euro pro Jahr. Trotz der geringen Nutzung bleibt die Anlage bestehen, da Kommunen seit dem 12. Januar 2023 gesetzlich verpflichtet sind, öffentliche Trinkwasserbrunnen bereitzustellen.
Der Fall zeigt beispielhaft das Spannungsfeld kommunaler Pflichtaufgaben: Einerseits müssen gesetzliche Vorgaben umgesetzt werden, andererseits stehen Nutzen und Kosten vor Ort nicht immer in einem ausgewogenen Verhältnis. Gerade in finanziell angespannten Zeiten stellt sich die Frage, ob bei der Standortwahl und Ausgestaltung solcher Projekte die örtlichen Gegebenheiten ausreichend berücksichtigt wurden.
Weitere Info’s hier , hier und hier.
11.10.2026
Das Schiff liegt im Hafen
Das neue Spielschiff am Ruhrufer ist montiert, aber noch nicht freigegeben. In den kommenden Wochen werden Sandfläche, Schutzzaun und Begrünung fertiggestellt. Anschließend folgen Abnahme und Sicherheitsprüfung.


Noch durch einen Bauzaun abgesperrt ist das „Schiff im Hafen“ zu sehen. Die Außenanlage wird gerade gebaut.
Die rund zwölf Meter lange Spielanlage schließt eine Spielplatzlücke südlich der Bahnlinie und soll sowohl Wickeder Familien als auch Nutzern des Ruhrtal-Radwegs zugutekommen. Die Gesamtkosten liegen bei rund 85.000 Euro, davon trägt die Gemeinde etwa 25.000 Euro. Fördermittel des Landes decken rund 70 Prozent der Kosten. Ob die Außenanlage mit zwei Sitzbänken und asphaltierte Fläche usw. in den Kosten enthalten ist, wird noch einmal nachgefragt.
Mit dem neuen Spielschiff entsteht zweifellos ein attraktives Angebot für Kinder und Familien am Ruhrufer. Gleichzeitig zeigt die öffentliche Diskussion um die Finanzierung, dass Investitionen dieser Art gerade in Zeiten angespannter Gemeindefinanzen sorgfältig abgewogen und transparent begründet werden müssen. Die hohe Förderquote hat die Umsetzung des Projekts erst ermöglicht, dennoch verbleibt ein kommunaler Eigenanteil von rund 25.000 Euro. Es stehen zwar 20.000 EURO im Haushalt 2026 für den Erwerb für Spielgeräten zur Verfügung – dies bezieht sich aber auf die Gesamtanzahl aller Spielplätze. Der Spielplatz, in der Ziegenhude hat ja trotz LIEDER-Förderung auch einiges gekostet. Die Debatte, die nicht zuletzt durch die BG angeregt wurde, verdeutlicht den grundsätzlichen Spagat zwischen notwendigen Sparmaßnahmen und dem Wunsch, die Lebensqualität in Wickede weiter zu verbessern.